Sonntag, 23. November 2014

Die Backwahn-Sekte treibt wieder ihr Unwesen



Am kommenden Sonntag ist der 1. Advent – es darf wieder gebacken werden und ich habe schon mal einen Probelauf gewagt. Eigentlich wollte ich ganz normale Bethmännchen produzieren, musste aber nach dem Einkauf der Marzipan-Rohmasse zu Hause feststellen, dass ich weder gemahlene Mandeln noch Puderzucker vorrätig hatte. Stattdessen befanden sich gehackte Mandeln und brauner Rohrzucker im Schrank. Also war Improvisieren angesagt und ich muss sagen: Das Ergebnis kann sich sehen lassen:





Damit sich die guten Stücke aber von den üblichen Bethmännchen unterscheiden würden, habe ich statt drei eben vier Mandelhälften angesetzt und den Dingern einen neuen Namen verpasst: 


Kaisers Kawenzmännchen.



Hier nun das genaue Rezept zum Nachbacken:

  • 200 g Marzipan-Rohmasse
  • 80 g brauner Rohrzucker
  • 1 Ei
  • 2 gehäufte EL Mehl
  • 2 EL Rosenwasser
  • 100 g gehackte Mandeln

Alle Zutaten gut vermischen und in kirschgroße Kugeln formen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen und mit je vier Mandelhälften (blanchiert) besetzen. Dann mit verquirltem Ei bestreichen und bei 150°C auf der mittleren Schiene ca. 12 Minuten backen. Zum Abkühlen unbedingt vom Bleck nehmen (sonst bekommen die Männchen schwarze Füße und schmecken verkokelt). 


Dieses Rezept ist denkbar einfach und wahnsinnig schnell zubereitet. Die Vorbereitung dauert nur wenige Minuten und – da die Masse etwa zwei Bleche ergibt (ca. 30-35 Stück) – die gesamte Zubereitung ist auch ratzfatz abgewickelt. Da man auch nur eine Schüssel braucht und mit den Händen kneten kann, hält sich sogar der Abwasch in sehr überschaubaren Grenzen. 

Also: Ich liebe es!!!

Freitag, 19. September 2014

Hochprozentige Geschenkidee

Obsterntezeit ist die Zeit, in der man ganz feine Likörchen ansetzen kann, die sich dann pünktlich zu Weihnachten in verschenkbarer "Reife" befinden. Im Fratzenbuch habe ich ein Rezept gefunden, welches ich durch Zugabe einer weiteren Zutat einfach mal weihnachtlich verfeinert habe und hier mit Euch teilen möchte:


Weihnachtspfläumchen

Das ist der Ansatz am Tag 1


Man schichte
  • 1 kg entsteinte Pflaumen
  • 500 gr Kandiszucker
  • 1 Vanilleschote
  • Zimtstangen (je nach Geschmack)
  • Sternanis (ebenfalls je nach Geschmack)
in einem großen verschließbaren Behälter, gieße
  • 2 Flaschen Wodka
darüber und lasse das Zeug so lange stehen, bis der Kandis vollständig gelöst ist (dauert ca. 6 bis 8 Wochen).

Die Wartezeit kann prima genutzt werden, um originelle Flacons aufzutreiben, in die das Likörchen später abgefüllt werden soll.

Wer sich - wenn er/sie nicht gerade Abstinenzler/in ist - über eine solche Gabe unterm Weihnachtsbaum nicht freuen kann, dem ist dann auch nicht mehr zu helfen...


* * * * *

P.S. (22.12.2014):
So sieht das dann aus, wenn es verschenkt wird:



Freitag, 6. Dezember 2013

Religious or simply delicious?

So, endlich ist es wieder soweit: Die Backwahn-Sekte kann den alljährlichen Dienst antreten und sich so richtig über die Maßen austoben. Passend zum Thema habe ich einen interessanten Wissenstest gefunden, bei dem ich auch wieder etwas lernen konnte:

Sind Sie ein guter Plätzchenbäcker? 

Honiglebkuchenplätzen - Genuss pur nicht nur an Weihnachten


Abgesehen davon muss man jedes Jahr aufs Neue entscheiden, ob man Weihnachten als religiös-spirituelle Feiertage oder nur (noch) als monströses Fressfest ansehen will. Im real life stellt sich dann einfach die Frage, ob man am Heiligabend noch spät zur Messe geht oder doch die nächste Flasche Wein entkorkt, um den Abend gemütlich-entspannt ausklingen zu lassen.

Wie die Entscheidung auch ausfallen möge: Genießen Sie die freien Tage und gönnen Sie sich ein bisschen Ruhe und Besinnlichkeit. Ob früher mehr Lametta war oder der Baum dieses Jahr grün wird, ob das Kind (welchen Geschlechts auch immer) ein Atomkraftwerk oder "nur" Geldgeschenke bekommt, ob Opa seine Marschmusik zu laut aufdreht - Hauptsache, Ihre Lieben sind beisammen und verbringen Zeit miteinander.

Mehr braucht's doch gar nicht, oder?

Montag, 15. Oktober 2012

It's mushroom time!

Gestern habe ich ein gewagtes Experiment unternommen: Ich habe Pilze gegessen, die ich am Morgen zuvor im Wald selbst gesammelt hatte. Ich war schon seit etwa 30 Jahren nicht mehr im Wald, um Pilze zu suchen. Damals war als Garant für die Essbarkeit der gefundenen Pilze mein Vater dabei. Gestern war ich allein (mit meinem Mann, der allerdings dem Projekt gegenüber höchste Skepsis an den Tag legte), bewaffnet mit Spankörbchen, Kneipchen (kleines Messer) und Pilzbestimmungsbuch für alle Fälle.

Es gab Hallimasch in rauen Mengen, der Korb war ratzfatz gefüllt. Auch einen Steinpilz von guter Größe habe ich gefunden. Vor Abschneiden der Pilze noch einmal alle Merkmale mit der Beschreibung im Pilzbuch abgeglichen und dann ab nach Hause in die Küche.


Hallimasch sind auf den ersten Blick einfach zu putzen. Allerdings sollte man nicht unterschätzen, dass sich zwischen den Lamellen feinste Sandkörnchen verstecken können, die beim Verzehr unangenehme Geräusche und Empfindungen hervorrufen können (ähnlich wie wenn man unzureichend gewaschenen Lauch isst).

Bevor man das eigentliche Pilzgericht zubereitet, sollte man Hallimasche abkochen. Das Kochwasser (ich hab's leicht gesalzen) wird dann abgeseiht und darf nicht zur Zubereitung von z.B. einer Pilzsuppe verwendet werden. Nach dem Abseihen kann man die Pilze in einer Pfanne zusammen mit einer in kleine Würfel geschnittenen Zwiebel braten. Da die Pilze noch viel Wasser enthalten, werden sie nicht schnell braun brutzeln, sondern eher gemächlich vor sich hindünsten und dabei die Zwiebel glasieren. Gewürzt habe ich meine Pilzpfanne mit einer Wildgewürzmischung, in der u.a. Piment und Wacholder enthalten sind. Zum Schluss kann man das so entstandene Pilzragout noch mit einem Schuss Sahne veredeln (muss man aber nicht, habe ich gestern auch nicht gemacht) und mit frisch gehackter Petersilie verfeinern.

Guten Appetit!

Dienstag, 4. September 2012

Chinesischer Nudelsalat

Kinderleicht, schnell zu bereitet, kostengünstig und superlecker!

Mein Sohnemann hat den Sommer bei seiner Lieblingstante Läisy (also meiner Schwester, deren Klarnamen ich hier NICHT veröffentlichen werde!) verbracht und mir von dort ein Rezept für einen chinesischen Nudelsalat gemacht, von dem ich dermaßen überzeugt bin, dass ich ihn der WWWelt nicht vorenthalten möchte.

Man nimmt
  • 4 EL Mandelstifte (können auch Blättchen sein)
  • 4 EL Sonnenblumenkerne
und röstet diese in etwas Butter an.

Von
  • 3 Päckchen YumYum (Geschmacksrichtung Huhn)
bereitet man die Nudeln laut Packung zu und mischt diese mit den Kräutermischungen und dem Öl aus diesen Tüten zusammen mit den gerösteten Kernen sowie
  • 200 ml Öl
  • 1 TL Pfeffer
  • 1/2 TL Salz
in einer großen Schüssel.

Schließlich schneidet man noch
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 1 Chinakohl
in feine Streifen und mengt diese unter die Gewürz-Kernmischung-Nudeln.

Das war's auch schon.

Es müssen übrigens nicht zwangsläufig YumYum-Nudeln sein, man kann jedes im Handel erhältliche Äquivalent dazu nehmen. Verfeinern/variieren kann man diese kulinarische Köstlichkeit mit Sambal Oelek, Sojasauce oder auch kleingehackten Chilischoten.

Dazu passen z.B. Hähnchenfilets, die man vor dem Grillen/Braten auf Holzspießchen zieht. Aber ehrlich gesagt brauche ich zu diesem Salat nur noch ein neutrales Getränk (also am besten Wasser), um den Geschmack nicht zu verfremden.

Dienstag, 24. Januar 2012

Starkbierbrätel - nicht nur was für starke Kerle

© Ich-und-Du/pixelio.de
Das neue Jahr beginnt und mit ihm die Grillsaison. Es soll immer noch Leute geben, die nur im Sommer in den Genuss über offenem Feuer gerösteten Fleisches kommen. Denen kann geholfen werden - zum Beispiel mit diesem Rezept, welches furchtbar einfach ist. Hauptsache, man bereitet alles am Tag vor der großen Sause vor und lässt alles schön über Nacht marinieren...

Man nehme also:
  • Schweinenackensteaks, schön durchwachsen
  • Salz, Pfeffer
  • Senf
  • Zwiebeln, ggf. Knoblauch
  • Bier
     


© Hartmut910/pixelio.de

Die Zwiebeln werden gehäutet und in nicht hauchdünne Ringe geschnitten. Die Steaks bearbeitet man mal so richtig zornig mit dem Fleischklopfer - als musikalische Untermalung eignet sich dazu sehr gut AC/DC. Danach werden sie nach Geschmack mit Salz und Pfeffer gewürzt. Wer’s mag, kann gerne Cayennepfeffer nehmen oder auch Paprikapulver. Das sollte man alles nicht zu eng sehen. Anschließend werden die Steaks mit Senf bestrichen und schichtweise mit Zwiebeln abwechselnd in eine möglichst verschließbare Schüssel oder Auflaufform gelegt (wem’s gefällt, der darf noch die eine oder andere Zehe Knoblauch hineinwerfen). Der Rand der Form muss unbedingt höher sein als der Fleischturm, damit auch wirklich alles schön vom anschließend darüber zu gießenden Bier bedeckt werden kann. Sehr intensiv wird der Geschmack, wenn man Starkbier (Bock oder Doppelbock) verwendet. Dann kommt alles über Nacht verschlossen in den Kühlschrank und am nächsten Tag auf den Grill.
©Paul-Georg Meister/pixelio.de
Noch eine Bemerkung zum Wort "Brätel": So nennt man in Thüringen Steaks vom Grill. Eigentlich heißen sie "Rostbrätel", weil man in Thüringen nicht auf dem Grill, sondern auf dem Rost grillt; aber die Bezeichnungen Bierrostbrätel oder Rostbierbrätel klingen einfach nicht gut.

Samstag, 5. November 2011

Fruchtige Kürbissuppe


Hurra, der Herbst ist da! Und mit ihm kommen nicht nur die bunten Farben in die Laub- und Mischwälder, sondern auch wieder jede Menge leckerer Früchte, die es zu ernten gibt. Eine der besten Früchte, die jetzt wieder überall unter den Blättern hervorlugen, ist der Kürbis. Es gibt ihn in vielen verschiedenen Formen, Farben und auch Geschmacksrichtungen. Kürbisse sind nicht nur zum Aushöhlen und Kerzen hineinstellen an Halloween ganz praktisch – sie sind in zahlreichen, absolut unterschiedlichen Möglichkeiten in der Küche einsetzbar, so dass es mir schwer fällt, mich für ein Rezept, welches ich heute hier posten möchte, zu entscheiden.

Aus aktuellem Anlass – nämlich unserem heutigen Mittagessen – gebe ich nun also ein Rezept für eine fruchtige Kürbissuppe preis, welches ich heute Morgen ausprobiert habe.



Man benötigt dafür
  • einen mittelgroßen Hokkaidokürbis
  • drei bis vier Karotten (je nach Größe)
  • eine große Zwiebel
  • 1 bis 1,5 L Gemüsebrühe
  • ein walnussgroßes Stück Ingwer
  • eine Clementine
Da die Schale des Hokkaidokürbisses gegessen werden darf, spart man sich so schon mal die Arbeit, das Teil zu schälen. Man entfernt nur den Blütenansatz und den Stiel und nimmt die Kerne heraus. Dann schneidet man das Fruchtfleisch mit der Schale in mittelgroße Würfel (wer’s genau wissen möchte: Kantenlänge eines Würfels darf gerne 2 cm betragen; es ist auch nicht schlimm, wenn die Würfel nicht gleichmäßig ausfallen). Die Karotten werden entweder gut gewaschen und abgebürstet oder geschält und ebenfalls in Stücke geschnitten. Die Zwiebel wird gehäutet und grob gewürfelt.

Alles kommt in einen großen Topf und wird mit einem bis eineinhalb Litern Gemüsebrühe aufgegossen und der Herd darf mit dem Heizen beginnen. Währenddessen schält man den Ingwer, schneidet ihn in schmale Scheiben und gibt ihn ebenfalls in den Topf.

Die Clementine wird geschält und filetiert. Das ist zwar etwas mühsam, weil man die einzelnen Filets vorsichtig aus den Häutchen schälen muss. Allerdings ist eine frische Clementine auf jeden Fall jedwedem Dosenfutter vorzuziehen, da es auf die fruchtige Eigennote der Clementine ankommt und nicht auf die klebrige Süße der in Dosen eingelegten Stücke (meist Mandarinen). Die Clementinenfilets werden dem Topfinhalt hinzugefügt und dann muss man nur noch ein wenig warten.

Wenn man mit dem Kochlöffel die Kürbis- und Karottenstücke am Topfrand leicht zerdrücken kann, wird die Suppe püriert und dann heißt es „Guten Appetit!“ Je nach persönlichem Geschmack kann man die Suppe noch mit frisch gemahlenem Pfeffer und/oder Kürbisöl abrunden.